70. Jahrestages der Glocken-Heimkehr -
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 70. Jahrestages der Glocken-Heimkehr

Anlässlich des 70. Jahrestages der Glocken-Heimkehr wurde von der Pfarrei Sankt Marcellinus + Petrus Seligenstadt am Sonntagabend, 16. Juli 2017, von 19:45 bis 20:00 Uhr ein Plenum-Läuten durchgeführt.

Weitere Aktivitäten:
Beim Historischen Altstadtfest des Heimatbundes, am 11. und 12. August 2017, sind die Glockenfreunde mit einem Informationsstand und eigener Bewirtung vertreten. Der Stand befindet sich gegenüber dem Hof von Familie Colhoun, Große Maingasse 4, vor der Basilika.
Glocken- und Orgelkonzert zum Erzengelfest am Samstag, den 30. September 2017 um 20 Uhr an der Einhardbasilika Seligenstadt.

Basilika: Plenum-Läuten zur „Glocken-Heimkehr“ vor 70 Jahren

Dieser aktuelle Beitrag der GLOCKENFREUNDE SELIGENSTADT erinnert an die „Heimkehr“ der Kirchenglocken der Einhard-Basilika am 16. Juli 1947.

Plenum-Läuten mit allen Basilika-Glocken
Für die Bewohner der historischen Kernstadt Seligenstadts sind Glocken die klingenden Begleiter durch das Jahr. Sie kennen das Angelus-Läuten am Morgen, Mittag und Abend, das Läuten zur Taufe, zum Gottesdienst, Requiem, das Beerdigungsläuten, Wandlungsläuten. Zu besonderen Anlässen ist das eher seltene „Plenum“ zu hören. Am Sonntagabend, 16. Juli 2017, um 19:45 Uhr ist das „Plenum“ mit allen Glocken der Einhard-Basilika zu hören. Dieses „Plenum“ erinnert an den 70. Jahrestag der „Heimkehr“ der Basilika-Glocken am 16. Juli 1947.

Glockenmetall für Kriegsrüstung
Im 20. Jahrhundert war die katholische Kirchengemeinde zu Seligenstadt sowohl zum Weltkrieg I als auch Weltkrieg II von einer Glocken-Konfiszierung für die Rüstungsproduktion betroffen. Schmerzlich erinnern sich Seligenstädter Zeitzeugen an den Nachmittag des 30. April 1942, jenen Tag, an dem die Basilika-Glocken zum letzten Mal läuteten. Danach holten Zimmerleute und Maurer die Kirchenglocken aus den Basilika-Türmen. Auch die Rathausglocke wurde konfisziert. Die Glocken wurden an einen unbekannten Ort verbracht. Glocken aus allen Regionen des deutschen Reichs war das gleiche Schicksal beschieden: Sie wurden zur Metall-Reserve für die Rüstungsindustrie Nazi-Deutschlands. Für die Stadt Seligenstadt begann eine mehr als fünf Jahre andauernde Zeit ohne Glockengeläut.

Nachkriegsfundort im Jahr 1946: „Hamburger „Glockenfriedhof“
Auf wundersame Weise überstanden die Basilika-Glocken den 2. Weltkrieg. Im Jahr 1946 wurden sie in der britischen Besatzungszone auf einem „Glockenfriedhof“ in Hamburg aufgefunden und als die Seligenstädter Basilika-Glocken identifiziert. Nach Freigabe durch die britische Militärregierung übernahm die Glockengießerei Gebrüder Rincker in Sinn im Auftrag der Diözese Mainz die Rückführung der Glocken nach Seligenstadt.

Seligenstadt am 16. Juli 1947 im Blumenschmuck
Es sollte noch ein halbes Jahr ins Land ziehen, bis die Glocken im Hanauer Hafen ankamen. Ein Konvoi aus fünf großen LKWs – allesamt von Seligenstädter Firmen bereit gestellt – brachte die wertvolle Glockenfracht, bestehend aus den Basilika-Glocken, der Rathaus-Glocke sowie einer Welzheimer Kirchenglocke am Nachmittag des 16. Juli 1947 heim nach Seligenstadt.
Die Heimkehr der mit Kränzen, Blumen und Fahnen geschmückten Glocken wurde als Festtag begangen. Eine große Menschenmenge begleitete den Autokorso zum Marktplatz, wo Bürgermeister Dr. Neubauer mit den Stadträten die Prozession begrüßte. Vom Marktplatz ging es weiter zur Einhard-Basilika. Stadtpfarrer Philipp Lambert und der Chor der Basilika nahmen in einer unvergesslichen Feier die heim gekehrten Glocken in Empfang. Im Nachkriegsjahr 1947 wurden die Glocken in den Basilika-Türmen wieder in Dienst gestellt.

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