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 70. Jahrestages der Glocken-Heimkehr

Glocken- und Orgelkonzert zum Erzengelfest am Samstag, den 30. September 2017 entfällt wegen Kirchen-Sanierungsmaßnahmen.

Neue Friedhofsglocke:

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Neue Friedhofsglocke: die „Allerheiligen“-Glocke überzeugt durch ihr Klangvolumen
Im Rahmen eines kleinen Festakts auf dem Altstadtfest übergaben die GLOCKENFREUNDE SELIGENSTADT die „Allerheiligen-Glocke“ als künftige Friedhof-Läuteglocke an den Bürgermeister der Stadt Seligenstadt, Herrn Dr. Daniell Bastian. Das neue „Totenglöcklein“ wurde am darauf folgenden Montag, 14.08.2017, im Dachreiter der Friedhofskapelle installiert und erfolgreich in Betrieb gesetzt.

Die Glocken laden zum Gottesdienst, spezielle Läutesignale ertönen zur Wandlung, und der Stundenschlag begleitet uns durch Tag und Nacht. Und auch in der hohen Zeit eines Menschenlebens spielen sie eine klingende Rolle: dann läuten die Hochzeitglocken. Glocken begleiten die Menschen sozusagen „von der Wiege bis zur Bahre“.
Die „Allerheiligen-Glocke“ aus dem Kloster Viernheim Im Rahmen des Altstadtfestes übergaben die GLOCKENFREUNDE SELIGENSTADT die „Allerheiligen-Glocke“ an den Bürgermeister der Stadt Seligenstadt, Herrn Dr. Daniell Bastian. Mit der von der Glockengießerei Hamm in Frankenthal handwerklich-klassisch gegossenen Glocke verbindet sich eine klösterliche Geschichte. Die Schwestern des in Viernheim beheimateten Maria-Ward-Klosters erteilten dem Frankenthaler Glockengießer Hamm im Jahre 1893 den Auftrag über den Guss einer Läuteglocke für ihr Kloster. Sie tat ihren Dienst bis zur Auflösung des Klosters. Danach ging sie in den Besitz des Erzbistums Mainz über. Auch die früheren Glocken der Einhard-Basilika stammten von der Glockengießerei Hamm. Sie wurden für den Rüstungsbedarf im 1. Weltkrieg requiriert.
Totenglöcklein“ auf dem Seligenstädter Friedhof

Dank der Verbindungen der GLOCKENFREUNDE SELIGENSTADT wurde seitens des Bistums Mainz einem neuen, künftigen Verwendungszweck der Klosterglocke in Seligenstadt zugestimmt. In Gesprächen der GLOCKENFREUNDE mit der Stadt Seligenstadt wurde vereinbart, die in die Jahre gekommene Friedhofsglocke durch die „Allerheiligen-Glocke zu ersetzen. Das aktuell im Dachreiter der Friedhofskapelle installierte „Totenglöcklein“ ist ein Relikt aus dem armen Nachkriegsdeutschland. Seinerzeit aus kostengünstigem Eisenguss gefertigt, drängten unabhängige Glockenfachleute in jüngster Zeit darauf, diese Glocke samt Läutewerk zu ersetzen.
Die „Allerheiligen-Glocke“ aus dem Viernheimer Kloster wurde termingerecht am Montag, 14. August 2017 im Dachreiter der Friedhofskapelle installiert. Die Installation lag in den bewährten Händen der auf Glockentechnik und Turmuhrbau spezialisierten Firma Hoeckel-Schneider aus Flörsheim am Main. Das Unternehmen wartet unter anderem auch Läutewerk, Glocken und Turmuhr der Einhard-Basilika.
Wie jede klassisch vom Glockengießer gegossene Glocke, so trägt auch das neue „Totenglöcklein“ im Dachreiter der Friedhofskapelle ihren Namen: Die „Allerheiligen-Glocke“ hat ein Gewicht von 40 Kilogramm und einen Durchmesser von 39 Zentimetern. Sie erklingt in der Tonlage b+12.
Hans-Joachim Lutz von den GLOCKENFREUNDEN fasste auf dem Altstadtfest bei der Übergabe der künftigen Friedhofsglocke zusammen: „Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Bastian, hiermit übergeben wir die neue Friedhofsglocke offiziell als Dauerleihgabe des Bistums Mainz an Sie als Stadtoberhaupt. Möge sie der Stadt über lange Zeit verlässliche Dienste leisten. Ich erinnere nochmals an meine Eingangsbemerkung zur Funktion der Glocken in unserer christlich geprägten Gesellschaft: Glocken begleiten uns Menschen von der Wiege bis zur Bahre.“

Basilika: Plenum-Läuten zur „Glocken-Heimkehr“ vor 70 Jahren

Dieser aktuelle Beitrag der GLOCKENFREUNDE SELIGENSTADT erinnert an die „Heimkehr“ der Kirchenglocken der Einhard-Basilika am 16. Juli 1947.

Plenum-Läuten mit allen Basilika-Glocken
Für die Bewohner der historischen Kernstadt Seligenstadts sind Glocken die klingenden Begleiter durch das Jahr. Sie kennen das Angelus-Läuten am Morgen, Mittag und Abend, das Läuten zur Taufe, zum Gottesdienst, Requiem, das Beerdigungsläuten, Wandlungsläuten. Zu besonderen Anlässen ist das eher seltene „Plenum“ zu hören. Am Sonntagabend, 16. Juli 2017, um 19:45 Uhr ist das „Plenum“ mit allen Glocken der Einhard-Basilika zu hören. Dieses „Plenum“ erinnert an den 70. Jahrestag der „Heimkehr“ der Basilika-Glocken am 16. Juli 1947.

Glockenmetall für Kriegsrüstung
Im 20. Jahrhundert war die katholische Kirchengemeinde zu Seligenstadt sowohl zum Weltkrieg I als auch Weltkrieg II von einer Glocken-Konfiszierung für die Rüstungsproduktion betroffen. Schmerzlich erinnern sich Seligenstädter Zeitzeugen an den Nachmittag des 30. April 1942, jenen Tag, an dem die Basilika-Glocken zum letzten Mal läuteten. Danach holten Zimmerleute und Maurer die Kirchenglocken aus den Basilika-Türmen. Auch die Rathausglocke wurde konfisziert. Die Glocken wurden an einen unbekannten Ort verbracht. Glocken aus allen Regionen des deutschen Reichs war das gleiche Schicksal beschieden: Sie wurden zur Metall-Reserve für die Rüstungsindustrie Nazi-Deutschlands. Für die Stadt Seligenstadt begann eine mehr als fünf Jahre andauernde Zeit ohne Glockengeläut.

Nachkriegsfundort im Jahr 1946: „Hamburger „Glockenfriedhof“
Auf wundersame Weise überstanden die Basilika-Glocken den 2. Weltkrieg. Im Jahr 1946 wurden sie in der britischen Besatzungszone auf einem „Glockenfriedhof“ in Hamburg aufgefunden und als die Seligenstädter Basilika-Glocken identifiziert. Nach Freigabe durch die britische Militärregierung übernahm die Glockengießerei Gebrüder Rincker in Sinn im Auftrag der Diözese Mainz die Rückführung der Glocken nach Seligenstadt.

Seligenstadt am 16. Juli 1947 im Blumenschmuck
Es sollte noch ein halbes Jahr ins Land ziehen, bis die Glocken im Hanauer Hafen ankamen. Ein Konvoi aus fünf großen LKWs – allesamt von Seligenstädter Firmen bereit gestellt – brachte die wertvolle Glockenfracht, bestehend aus den Basilika-Glocken, der Rathaus-Glocke sowie einer Welzheimer Kirchenglocke am Nachmittag des 16. Juli 1947 heim nach Seligenstadt.
Die Heimkehr der mit Kränzen, Blumen und Fahnen geschmückten Glocken wurde als Festtag begangen. Eine große Menschenmenge begleitete den Autokorso zum Marktplatz, wo Bürgermeister Dr. Neubauer mit den Stadträten die Prozession begrüßte. Vom Marktplatz ging es weiter zur Einhard-Basilika. Stadtpfarrer Philipp Lambert und der Chor der Basilika nahmen in einer unvergesslichen Feier die heim gekehrten Glocken in Empfang. Im Nachkriegsjahr 1947 wurden die Glocken in den Basilika-Türmen wieder in Dienst gestellt.

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